Bewer­bungs­un­ter­la­gen: Die ers­te Arbeitsprobe

Bewer­bungs­un­ter­la­gen sind Ihre ers­te Arbeits­pro­be. Hier fin­den Archi­tek­ten und Bau­in­ge­nieu­re Tipps für die per­fek­te Bewerbungsmappe. 

Bewer­bungs­un­ter­la­gen sind mehr als nur die mög­lichst schö­ne Ver­pa­ckung Ihres „Ange­bo­tes“. Es ist Ihre ers­te Arbeits­pro­be. Um zu signa­li­sie­ren, dass Sie Füh­rungs­qua­li­tä­ten und Krea­ti­vi­tät besit­zen und dass man sich 100-pro­zen­tig auf Sie ver­las­sen kann, müs­sen Sie unbe­dingt sorg­fäl­ti­ge Unter­la­gen abge­ben. Eine Lose­blatt­samm­lung und Recht­schreib­feh­ler im Anschrei­ben las­sen nega­ti­ve Rück­schlüs­se auf Ihre Arbeits­wei­se zu. Was die Gestal­tung der Map­pen angeht, gel­ten für Archi­tek­ten und Bau­in­ge­nieu­re unter­schied­li­che Regeln.

Archi­tek­tur: Krea­ti­vi­tät ist gefragt

„Es fällt fast auf, wenn sich Archi­tek­ten mit einem schlich­ten Anschrei­ben, Lebens­lauf und Zeug­nis­sen bewer­ben.“ Das sag­te der Inha­ber eines Archi­tek­tur­bü­ros in Lüne­burg, der regel­mä­ßig Bewer­bun­gen von arbeits­wil­li­gen Hoch­schul­ab­sol­ven­ten erhält. Die­se Aus­sa­ge macht deut­lich, dass Archi­tek­ten im All­ge­mei­nen bei der Gestal­tung ihrer Bewer­bungs­map­pen kaum Wün­sche offen­las­sen. Gan­ze Kunst­wer­ke oder Bild­bän­de ent­pup­pen sich als Bewer­bung. Fest steht – Krea­ti­vi­tät im Archi­tek­tur­be­reich wird erwar­tet. Arbeit­ge­ber möch­ten auf den ers­ten Blick den Stil des Bewer­bers able­sen kön­nen und prü­fen, ob die­ser zum Büro passt. Daher ist es auch wich­tig, dass den Bewer­bun­gen stets ers­te Ent­wür­fe aus dem Stu­di­um oder – bes­ser noch – aus einem kon­kre­ten Pro­jekt bei­lie­gen. Per­so­nal­ent­schei­der ach­ten bei der Durch­sicht Ihrer Unter­la­gen auch dar­auf, ob Sie ein gutes Gefühl für For­men und Far­ben haben. Berück­sich­ti­gen Sie daher bei der Gestal­tung Ihrer Sei­ten sol­che Details. Bei aller Krea­ti­vi­tät soll­te die Bewer­bungs­map­pe kei­ne Fra­gen offen­las­sen. Der Wer­de­gang und ers­te Berufs­er­fah­run­gen müs­sen klar dar­aus her­vor­ge­hen, auch ein Bewer­ber­fo­to und Zeug­nis­se dür­fen nicht fehlen.

Bau­in­ge­nieur­we­sen: Hier ist der „Klas­si­ker“ üblich

Bau­in­ge­nieu­re geben mit ihren Bewer­bungs­un­ter­la­gen zwar kei­ne Arbeits­pro­be ihrer künst­le­ri­schen Krea­ti­vi­tät ab, wohl aber die ihres Arbeits­stils. Ob Sie zuver­läs­sig sind und Ihre künf­ti­ge Auf­ga­be ernst neh­men, erkennt ein Per­so­nal­ent­schei­der anhand Ihrer Unter­la­gen auf einen Blick. Aus­flüch­te wie „Ich hat­te ein­fach kei­ne Zeit, das Anschrei­ben noch ein­mal auf Recht­schreib­feh­ler zu über­prü­fen, in Wirk­lich­keit bin ich sehr zuver­läs­sig“ zäh­len hier nicht. Eine Bewer­bung, die kei­ner­lei Sorg­falt erken­nen lässt, bekommt kei­ne zwei­te Chan­ce. Natür­lich ist das bereits tau­send­mal gesagt und geschrie­ben wor­den – trotz­dem bekla­gen sich Arbeit­ge­ber aus der Bau­bran­che immer wie­der aufs Neue über den aka­de­mi­schen Nach­wuchs, der sich oft­mals ein­fach kei­ne Mühe zu geben scheint.

So bit­te nicht …

  • Grün­de für das Aus­sor­tie­ren von Bewerbungsunterlagen:
  • Recht­schreib- und Gram­ma­tik­feh­ler im Anschreiben/Lebenslauf
  • Name der Fir­ma oder des Ansprech­part­ners falsch geschrieben
  • Unpro­fes­sio­nel­les Foto
  • Anschrei­ben aus ein­schlä­gi­gen Bewer­bungs­hand­bü­chern übernommen
  • Kein Bezug zur Fir­ma erkenn­bar, Massensendung
  • Lose­blatt­samm­lung, kei­ne pas­sen­de Mappe
  • Feh­len­de Unter­schrift im Anschrei­ben und im Lebenslauf
  • Kei­ne Schul‑, Uni- oder Prak­ti­kums­zeug­nis­se beigelegt
  • Brief unzu­rei­chend oder gar nicht frankiert

… bes­ser so!

In eine voll­stän­di­ge Bewer­bung gehören:

 

  • Selbst­ver­fass­tes Anschreiben
  • Tabel­la­ri­scher Lebenslauf
  • Pro­fes­sio­nel­les Foto
  • Prak­ti­kums- und Arbeits­be­schei­ni­gun­gen bezie­hungs­wei­se ‑zeugnisse,aus denen fach­be­zo­ge­ne Berufs­er­fah­run­gen hervorgehen
  • Abschluss­zeug­nis­se, Gesellenbrief
  • Beschei­ni­gun­gen über Zusatz­qua­li­fi­ka­tio­nen, zum Bei­spiel Sprach- und EDV-Kenntnisse

Das Anschrei­ben: Eine indi­vi­du­el­le Bot­schaft finden

Nicht umsonst steckt in dem Wort „Bewer­bung“ das Wort „Wer­bung“. In der Wer­be­wirt­schaft wird mit allen erdenk­li­chen Tricks – wie mit einer kur­zen prä­gnan­ten Spra­che, mit Bil­dern und Gefüh­len – gear­bei­tet, um die Bot­schaft „Kauf die­ses Pro­dukt“ an den Mann oder die Frau zu brin­gen. Das gelingt mal mehr, mal weni­ger, je nach­dem wie über­zeu­gend die Bot­schaft beim Emp­fän­ger ankommt.
Bewer­ber soll­ten sich bei Wei­tem nicht alles, was die Wer­bung tut, zum Vor­bild neh­men. Sie sind kein Pro­dukt, son­dern eine Per­son, die mehr als „Qua­dra­tisch-Prak­tisch-Gut“ ist. Doch das Anschrei­ben soll­te ähn­lich wie ein Wer­be­pro­spekt kla­re Bot­schaf­ten über­mit­teln, die einen posi­ti­ven Ein­druck hin­ter­las­sen. Der Emp­fän­ger möch­te mög­lichst rasch bestimm­te Infor­ma­tio­nen über Sie sam­meln. Schil­dern Sie im Anschrei­ben nicht Ihren gesam­ten Wer­de­gang, dazu ist der Lebens­lauf gedacht, son­dern beant­wor­ten Sie hier die Fra­ge, war­um aus­ge­rech­net Sie die oder der Rich­ti­ge für die Stel­le sind. Kön­nen Sie bereits Erfah­run­gen vor­wei­sen? Haben Sie eine hand­werk­li­che Leh­re gemacht? Wel­che der genann­ten Kri­te­ri­en in der Stel­len­aus­schrei­bung erfül­len Sie? Wel­chen Nut­zen brin­gen Sie der Firma?

Die Vor­ar­bei­ten für die For­mu­lie­rung Ihrer Bot­schaft haben Sie bereits geleis­tet. Durch die Ana­ly­se Ihrer Fähig­kei­ten, per­sön­li­chen Stär­ken und bis­he­ri­gen Berufs­er­fah­run­gen haben Sie schon so eine Art Ange­bot erar­bei­tet, das Sie nur noch in einen gut les­ba­ren Text umset­zen müs­sen. Ver­mei­den Sie Schach­tel­sät­ze, bevor­zu­gen Sie kur­ze prä­gnan­te For­mu­lie­run­gen. Da Ihre Per­sön­lich­keit ein­ma­lig ist, muss auch Ihr Text in Ihren eige­nen Wor­ten ver­fasst sein. Die Ver­su­chung ist groß, aber schrei­ben Sie nie­mals aus Bewer­bungs­rat­ge­bern ab. Arbeit­ge­ber ken­nen die­se Bücher. Sie möch­ten Sie ken­nen ler­nen, nicht den Maschi­nen­bau­in­ge­nieur Herrn Mül­ler aus K. aus einem Bei­spiel­an­schrei­ben. Inhalt­lich soll­ten Sie dar­auf ach­ten, kei­ne Behaup­tun­gen auf­zu­stel­len, son­dern jedes Detail Ihrer Selbst­prä­sen­ta­ti­on mit Fak­ten zu unter­mau­ern. Schrei­ben Sie nicht: „Ich bin zuver­läs­sig, fle­xi­bel und belast­bar.“ Schil­dern Sie mög­lichst fach­be­zo­ge­ne Situa­tio­nen in Ihrer Ver­gan­gen­heit, in denen sol­che Eigen­schaf­ten gefragt waren. Das kann in einem Prak­ti­kum gewe­sen sein, viel­leicht haben Sie in For­schung und Leh­re als Tutor oder Tuto­rin an der Uni Ver­ant­wor­tung über­nom­men. Wenn Ihre Diplom- bezie­hungs­wei­se Bache­lor- oder Mas­ter­ab­schluss­ar­beit inhalt­lich zur aus­ge­schrie­be­nen Stel­le passt, soll­ten Sie dies im Anschrei­ben erwäh­nen, denn das wird in jedem Fall als fach­li­che Erfah­rung gewer­tet. Neh­men Sie auch inhalt­lich Bezug zu der Fir­ma, bei der Sie sich bewer­ben. Mas­sen­sen­dun­gen kom­men schlecht an und hin­ter­las­sen den Ein­druck von Des­in­ter­es­se. Sie soll­ten in jedem Fall beschrei­ben, wie Sie auf die Stel­le auf­merk­sam wur­den. Gehen Sie klar auf die in der Anzei­ge genann­ten For­de­run­gen ein und las­sen Sie den Per­so­nal­chef nicht rät­seln, ob Sie nun Aus­lands­er­fah­run­gen besit­zen oder nicht. Am bes­ten ist es, das Anschrei­ben an einen Ansprech­part­ner zu rich­ten, mit dem Sie idea­ler­wei­se im Vor­feld tele­fo­niert haben. Ist in der Anzei­ge kei­ne Tele­fon­num­mer genannt, soll­ten jedoch bes­ser die Fin­ger vom Tele­fon gelas­sen wer­den. Ins­ge­samt raten Exper­ten, das Anschrei­ben nicht län­ger als eine Sei­te wer­den zu las­sen. Ide­al sind fünf bis sechs Sät­ze. Und schließ­lich: Stel­len Sie sich so dar, wie Sie sind. Ehr­lich­keit zahlt sich aus, Schum­me­lei­en sind sehr ris­kant. Es kommt irgend­wann ans Tages­licht, dass sich die „Pro­jekt­ver­ant­wor­tung“, die Sie angeb­lich über­nom­men haben, bloß auf Boten­diens­te im Rah­men eines Prak­ti­kums bezog.

Bewer­bungs­map­pen-Check:

  • Anschrei­ben: In eige­nen Wor­ten ver­fasst, kurz und prä­gnant for­mu­liert, ent­hält kei­ne Behaup­tun­gen, son­dern Fak­ten, kei­ne Recht­schreib- oder Gram­ma­tik­feh­ler, nicht gelocht, lose auf oder in die Bewer­bungs­map­pe legen.
  • Dupli­kat: Eine Kopie der Bewer­bungs­un­ter­la­gen zurück­be­hal­ten, im Vor­stel­lungs­ge­spräch müs­sen Sie wis­sen, was Sie geschrie­ben haben.
  • Foto: Pro­fi-Auf­nah­me, Bewer­ber soll­te sym­pa­thisch rüberkommen.
  • Lebens­lauf: Lücken­los, über­sicht­lich, stim­mig, führt alle für die aus­ge­schrie­be­ne Stel­le rele­van­ten Qua­li­fi­ka­tio­nen auf.
  • Map­pe: Preis­schild ist ent­fernt, macht ins­ge­samt einen sorg­fäl­ti­gen Eindruck.
  • Umschlag: Ist aus­rei­chend frankiert.
  • Unter­schrif­ten: Lebens­lauf und Anschrei­ben sind unterschrieben.
  • Zeug­nis­se und sons­ti­ge Nach­wei­se: Falls das Abschluss­zeug­nis noch nicht vor­liegt, Vor­di­plom oder Noten­spie­gel bei­le­gen, Unter­la­gen nie­mals im Ori­gi­nal, gute Kopien genü­gen, Beglau­bi­gung nur, wenn expli­zit gefordert.

Schwie­rig: Die Fra­ge nach der Gehaltsvorstellung

Wird in der Stel­len­an­zei­ge expli­zit nach Ihren Gehalts­vor­stel­lun­gen gefragt, soll­ten Sie auf jeden Fall dar­auf ein­ge­hen. Wer zu viel ver­langt, signa­li­siert Über­heb­lich­keit und Arro­ganz, zu wenig wird als man­geln­des Selbst­be­wusst­sein inter­pre­tiert. Es lohnt sich, die gol­de­ne Mit­te zu finden.Wie das geht, erfah­ren Sie im Bei­trag „Erfolg­reich in die Gehalts­ver­hand­lung“.

Der Lebens­lauf

Der Lebens­lauf ist ein ent­schei­den­des Detail Ihrer Bewer­bung. Bei der ers­ten Durch­sicht schau­en sich die Per­so­nal­ver­ant­wort­li­chen meist nur die­ses eine Doku­ment an. Wel­che Aus­bil­dung und Berufs­er­fah­rung bereits vor­lie­gen, lässt sich dar­an schnell und ein­fach able­sen – vor­aus­ge­setzt, die Gestal­tung ist über­sicht­lich und klar. All­ge­mein üblich ist die tabel­la­ri­sche Form. Links steht das Datum, rechts das Ereig­nis. Den Lebens­lauf soll­ten Sie in ein­zel­ne The­men­ge­bie­te wie Arbeits­er­fah­rung, Schul- und Berufs­bil­dung und sons­ti­ge für die aus­ge­schrie­be­ne Stel­le rele­van­te Qua­li­fi­ka­tio­nen glie­dern. Berufs­ein­stei­ger sind gut bera­ten, wenn sie die Ereig­nis­se in chro­no­lo­gi­scher Rei­hen­fol­ge ord­nen. Es gibt auch For­men, die das jüngs­te Ereig­nis zuerst nen­nen. Das bie­tet sich aber nur bei Bewer­bern an, die bereits über lang­jäh­ri­ge Berufs­er­fah­rung ver­fü­gen und ihre letz­te Stel­lung an den Anfang set­zen wol­len. Wich­tig ist, dass Sie Ihren Wer­de­gang lücken­los dar­stel­len. Erzie­hungs­zei­ten, Krank­heit oder die Pfle­ge eines Ange­hö­ri­gen dür­fen nicht feh­len. Nen­nen Sie am Schluss des Lebens­lau­fes auch Akti­vi­tä­ten neben dem Stu­di­um wie Gre­mi­en- oder Ver­eins­ar­beit, damit zei­gen Sie Enga­ge­ment und Inter­es­se auf ande­rer Ebe­ne. Nicht ver­ges­sen: Ver­se­hen Sie den Lebens­lauf mit Ort und aktu­el­lem Datum und unter­schrei­ben Sie das Schriftstück.

Das Foto

Per­so­nal­ent­schei­der schau­en sich nicht jedes Detail einer Bewer­bung an. Was aber in jedem Fall ange­guckt wird, ist Ihr Foto. Daher: Spa­ren Sie nicht am fal­schen Ende, las­sen Sie einen Pro­fi ran. Sie soll­ten die Klei­dung tra­gen, die Sie auch zum Vor­stel­lungs­ge­spräch anzie­hen wür­den und mög­lichst so aus­se­hen, als sei es „Ihr Tag“. Das Foto kann auf den Lebens­lauf oder auf eine Extra-Sei­te geklebt wer­den – das ist Geschmacks­sa­che. Schrei­ben Sie Ihren Vor- und Zuna­men auf die Rück­sei­te des Fotos. Haupt­sa­che, das Bild wird nicht geklam­mert. Sie wür­den einer Per­son im wah­ren Leben auch nie­mals eine Heft­klam­mer durch den Kopf jagen.

Die Anla­gen

Der Lebens­lauf und die Anla­gen wie Zeug­nis-se, Gesel­len­brief und Arbeits­be­schei­ni­gun­gen soll­ten in irgend­ei­ner Form gebun­den wer­den, eine Lose­blatt­samm­lung hin­ter­lässt einen schlech­ten Ein­druck. Der Han­del bie­tet eine Fül­le an Mög­lich­kei­ten an. Es muss nicht unbe­dingt die teu­re, mit gol­de­nen Let­tern ver­se­he­ne Edel-Map­pe sein, ein­fa­che Plas­tik­hef­ter erfül­len eben­so ihren Zweck, nur bes­ser nicht mit schwein­chen­ro­sa Punk­ten. Die Map­pe soll­te ins­ge­samt einen sorg­fäl­ti­gen Ein­druck machen, neu­wer­tig sein und sich gut durch­blät­tern las­sen. Das Preis­schild unbe­dingt ent­fer­nen. Die Zeug­nis­se und sons­ti­gen Beschei­ni­gun­gen die­nen dazu, die im Anschrei­ben und im Lebens­lauf erwähn­ten Fähig­kei­ten und Qua­li­fi­ka­tio­nen zu bele­gen. Sie dür­fen nie­mals im Ori­gi­nal ver­schickt wer­den, es rei­chen gute Kopien. Beglau­bi­gun­gen sind heut­zu­ta­ge nicht mehr üblich, es sei denn, sie sind expli­zit gefordert.

Check­lis­te Online-Bewerbung:

  • Check­lis­te Online-Bewerbung

  • Absen­der­adres­se: seriö­se Adres­se wie etwa benutzen

  • Anhän­ge: Lebens­lauf und Zeug­nis mög­lichst in einer Datei (PDF-For­mat)

  • Blind­be­wer­bung per E‑Mail: geht in den aller­meis­ten Fäl­len unter

  • Grö­ße: ins­ge­samt unter einem Megabyte

  • Pro­fes­sio­na­li­tät: Es gel­ten die­sel­ben Regeln wie bei einer Bewer­bung in Papier­form, nur die Ver­sand­art ist anders.

Bevor die Post abgeht

Schau­en Sie sich die Bewer­bungs­un­ter­la­gen noch ein­mal in Ruhe an. Sind alle Recht­schreib­feh­ler eli­mi­niert? Wenn Sie die Mög­lich­keit haben, zei­gen Sie Ihre Bewer­bung einem Stu­di­en­kol­le­gen und fra­gen Sie ihn, ob ihn Ihre Unter­la­gen über­zeu­gen. Falls nicht, haben Sie viel­leicht zu umständ­lich for­mu­liert? Sei­en Sie gedul­dig mit sich. Las­sen Sie Ihren Text ruhig eini­ge Tage lie­gen, ein wenig Distanz ist oft sehr hilf­reich. Für die Ent­wick­lung der ers­ten Bewer­bungs­map­pe geht min­des­tens eine gan­ze Woche ins Land, es ist auch völ­lig nor­mal, wenn Sie mehr Zeit benö­ti­gen. Bevor es zur Post geht, soll­ten Sie sich eine Kopie Ihrer Unter­la­gen machen. Bis zum Vor­stel­lungs­ge­spräch kann viel Zeit ver­ge­hen. Pein­lich wird es, wenn Sie wäh­rend des Gesprächs plötz­lich nicht mehr wis­sen, was Sie eigent­lich geschrie­ben haben.“

Initia­tiv­be­wer­bung

Im Archi­tek­tur­be­reich ist die Initia­tiv­be­wer­bung bereits ein gän­gi­ges Instru­ment bei der Suche nach einem Arbeits­platz. Archi­tek­tur­bü­ros erhal­ten oft­mals täg­lich unauf­ge­for­dert meh­re­re Bewer­bun­gen. Unter Bau­in­ge­nieu­ren ist die­se Form des „Mar­ke­tings in eige­ner Sache“ noch nicht sehr weit ver­brei­tet. Dabei hat sie meh­re­re Vor­tei­le: Initia­tiv­be­wer­ber war­ten nicht, bis ihr Wunsch-Arbeit­ge­ber eine Stel­le aus­schreibt. Sie wer­den selbst aktiv, erhö­hen damit ihre Chan­cen auf einen Arbeits­platz und ver­mit­teln glaub­haft ech­tes Inter­es­se an der Fir­ma. Die Bot­schaft „Ich habe Lust, hier zu arbei­ten, ich bin moti­viert und enga­giert“ kommt mit Sicher­heit bei den Unter­neh­men an, allein aus der Tat­sa­che her­aus, dass jemand von sich aus recher­chiert hat. Dabei soll­ten Sie auch hin und wie­der ein Auge auf den öffent­li­chen Dienst wer­fen. Hier wer­den Stel­len zum Teil aus­ge­schrie­ben, die für Sie selbst viel­leicht nicht in Fra­ge kom­men, da bestimm­te Berufs­er­fah­run­gen vor­aus­ge­setzt wer­den. Beden­ken Sie jedoch, dass die­se Posi­tio­nen oft mit Kan­di­da­ten aus dem eige­nen Haus besetzt wer­den. In die­sem Fall beginnt das „Stüh­le­rü­cken“. Die frei­en Stel­len wer­den unter Umstän­den auch mit Berufs­an­fän­gern besetzt. Fra­gen Sie doch ein­fach mal nach.

Ent­schei­dend für den Erfolg ist der Griff zum Tele­fon­hö­rer, bevor die Unter­la­gen los­ge­schickt wer­den. Es ist unhöf­lich, das ohne­hin gut gefüll­te Post­fach Ihrer Wunsch-Fir­ma unge­fragt zu belas­ten. Hal­ten Sie das Gespräch mög­lichst kurz. Ihr Ansprech­part­ner ist mit­ten bei der Arbeit, jeder Anruf unter­bricht ihn dabei. Stel­len Sie sich kurz vor und fra­gen Sie, ob er oder sie gera­de einen Augen­blick Zeit hat oder ob Sie lie­ber spä­ter anru­fen sol­len. Klä­ren Sie, ob zur­zeit neue Mit­ar­bei­ter gesucht wer­den. In vie­len Fäl­len wer­den Sie eine nega­ti­ve Ant­wort bekom­men, meist zei­gen die Per­so­nal­ver­ant­wort­li­chen trotz­dem Inter­es­se an einer Bewer­bung, denn die Situa­ti­on kann sich ändern. Ver­sen­den Sie Ihre Bewer­bungs­un­ter­la­gen nur nach Auf­for­de­rung. Auch ein „Nein“ müs­sen Sie akzep­tie­ren. Unter­schie­de zu einer Bewer­bung auf eine Stel­len­an­zei­ge gibt es kaum. Das Anschrei­ben soll­ten Sie an Ihren Ansprech­part­ner rich­ten und sich auf das Tele­fo­nat bezie­hen. Die Fra­gen: Wer bin ich? Was mache ich? Was habe ich der Fir­ma anzu­bie­ten?, soll­ten auch hier beant­wor­tet wer­den. Beschrei­ben Sie, wie Sie aus­ge­rech­net auf die­ses Unter­neh­men auf­merk­sam wur­den. Es kommt gut an, wenn Sie bei­spiels­wei­se bereits Kon­takt zu der Fir­ma über einen Hiwi-Job oder ein Prak­ti­kum hat­ten. Ver­mei­den Sie unbe­dingt Gefühls­du­se­lei. „Ihre Ent­wür­fe haben mein Herz tief bewegt“ oder „Ihre Fir­ma ist ein­fach die tolls­te“ wür­de einen Per­so­nal­ver­ant­wort­li­chen allen­falls zum Schmun­zeln brin­gen – Ihre Per­son ernst zu neh­men, ganz sicher nicht.

Kurz­be­wer­bung

Wie der Name schon sagt – die Kurz­be­wer­bung ist eine abge­speck­te Ver­si­on der Bewer­bung. Sie besteht aus einem Anschrei­ben und dem Lebens­lauf. Zeug­nis­se und sons­ti­ge Anla­gen wer­den nicht bei­gelegt. Manch­mal wird eine Kurz­be­wer­bung aus­drück­lich gefor­dert, häu­fig wird die­se Form auch bei Initia­tiv­be­wer­bun­gen genutzt. Hier­bei ist dar­auf zu ach­ten, dass die Bewer­bung nicht den Ein­druck einer Mas­sen­sen­dung hin­ter­lässt. Daher soll­ten Anschrei­ben und Lebens­lauf auf die Bedürf­nis­se der Fir­ma zuge­schnit­ten sein.

Bewer­bung per Internet

Zumeist grö­ße­re Unter­neh­men for­dern Bewer­ber zuneh­mend auf, ein Bewer­bungs­for­mu­lar auf der Fir­men-Web­site aus­zu­fül­len. Dies soll vor allem Kos­ten und Zeit spa­ren. Nach­tei­lig ist, dass für die Dar­stel­lung spe­zi­el­ler Inter­es­sen und Fähig­kei­ten nur ein begrenz­ter Raum zur Ver­fü­gung steht. Trotz­dem soll­te man nicht zusätz­lich eine Bewer­bung über den Post­weg ver­schi­cken, son­dern sich genau über­le­gen, wie sich die Bot­schaft „Ich bin der oder die Rich­ti­ge“ ein­flech­ten lässt. Sor­gen Sie für eine seriö­se Absen­der­adres­se. bekommt der Emp­fän­ger garan­tiert in den fal­schen Hals. Die Bewer­bung per E‑Mail zu ver­sen­den, wird auch bei mit­tel­stän­di­schen und klei­nen Unter­neh­men zuneh­mend belieb­ter – aller­dings soll­te man das nur tun, wenn es aus­drück­lich gefor­dert oder vor­her abge­spro­chen ist. Blind­be­wer­bun­gen auf die­sem Wege gehen mit hoher Wahr­schein­lich­keit unter.

In der Betreff­zei­le soll­ten das Wort „Bewer­bung“ sowie gege­be­nen­falls der Titel der Stel­len­an­zei­ge bezie­hungs­wei­se der Bezug zu einem Tele­fo­nat mit Datum erschei­nen. Im Anschrei­ben darf kei­nes­falls der all­ge­mein übli­che, locke­re E‑Mail-Jar­gon ange­schla­gen wer­den. Alle Regeln der Kunst einer seriö­sen Selbst-Prä­sen­ta­ti­on gel­ten selbst­ver­ständ­lich auch hier. Es bie­tet sich an, den Lebens­lauf, even­tu­ell auch das Anschrei­ben und sons­ti­ge Anla­gen als Anhang mit­zu­schi­cken. Machen Sie es dem Emp­fän­ger nicht unnö­tig schwer. Anhän­ge grö­ßer als ein Mega­byte sind tabu. Archi­tek­ten, die Ent­wurfs­zeich­nun­gen oder Prä­sen­ta­tio­nen mit­schi­cken möch­ten, soll­ten dar­auf ach­ten. Die schöns­ten E‑Mail-Bewer­bun­gen lan­den im vir­tu­el­len Papier­korb, weil sie zu groß sind oder sich nicht öff­nen las­sen. Der Emp­fän­ger hat wenig Lust, mehr als drei Anhän­ge anzu­kli­cken und aus­zu­dru­cken. Daher die Emp­feh­lung: Kon­ver­tie­ren Sie die Anhän­ge in ein PDF–Format. Die­se Datei­en kann jeder lesen, sie sind nicht viren­an­fäl­lig und in der Regel rela­tiv klein. Sie brau­chen auch kei­ne Sor­ge zu haben, dass der Text ver­rutscht, wie es manch­mal bei Wor­d­do­ku­men­ten pas­siert. Man kann übri­gens die gesam­te Bewer­bung ein­schließ­lich Anschrei­ben mit Bild, Lebens­lauf und aus­ge­wähl­ten Zeug­nis­sen in einem ein­zi­gen Doku­ment zusam­men­fas­sen. Dazu benö­ti­gen Sie nur einen PDF-Kon­ver­ter. Die Soft­ware gibt es von meh­re­ren Anbie­tern kos­ten­los im Inter­net als Free­ware (zum Bei­spiel „pdfcreator“). Unglück­lich ist der Ver­weis auf eine Bewer­ber­home­page. Auch eine CD mit einer Prä­sen­ta­ti­on – unter Archi­tek­ten sehr beliebt – bedeu­tet für die Per­so­nal­ver­ant­wort­li­chen Mehr­ar­beit, die sie oft nicht bereit sind zu leis­ten, denn manch­mal feh­len bestimm­te Pro­gram­me, um die Datei­en zu öff­nen. Das allein kann das Aus einer eigent­lich sehr gut vor­be­rei­te­ten Bewer­bung bedeuten.

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Aktua­li­siert am: 18. März 2022
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